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Vigiliae II

Woran liegtes, daß die selbenDenkenden und Sagenden dann fortgesetzt ins Öffentliche gezerrt und »genannt« werden, wenn sich ein Geschäft daraus macht, sie abzuwürgen und vermeintlichzu »töten«?

Entspräche es nicht eher der vielberufenen Konsequenz so überlegener Haltungen, wenn man die totgeschwiegenen Ausgebeuteten auch noch entschiedener totschwiege, sobald man sich genötigt fühlt, der Öffentlichkeit das Irrige und Nutzlose des ausgebeuteten Denkens vor zurechnen?


[47] Brauchenohne Bedürfen; weder benötigen noch benutzen, sondern: frey aus dem Ereignis in dieses rufen, das Gerufene dem Freyen des Ver-Hältnisses verschenken.


Nur das Selbe ist verschieden. Das Selbe, das Zusairnnengehörende, ruht in der Versammlung des Verschiedenen zur Abgeschiedenheit des Einandergehörens. Die Vierung.

Versammlung selber währt im Ereignen.

Aus dem Anfang der Vierungher Stillen ein Geläut der Viersprache, ist Sprache Gespräch.

Das Gespräch bestimmt sich niemals aus dem Zueinanderreden von Ich und Du. Solche Bedeverdanktihr Vermögen schon dem Gespräch der Sprache. Darum kann man auch von einer Sprache, die nur einer spricht, nie sprechen; nicht weil wenigstens zwei dazu gehören, sondern weil es sokeine Sprachegibt.

Brauchen—als Benötigen und Benutzen wäre das Schonungslose. Es vermöchte nie das Ereignen in die Vereignung, währte nie als Vermögen, als Rufen der Stille, die ihr Gerufenes der Freye verschenkt.


[48] Die Antworten des Andenkens auf Fragen des Denkens bestehen darin, daß die Fragen als solche zum Verschwinden gebracht werden zugunsten des sagenden Erschweigens. (vgl. 118)

Auch die Kehre reicht nicht aus, um die Sterblichen nach denklich


Martin Heidegger (GA 100) Vigiliae und Notturno

GA 100