selbst die Direktion der Verweisung auf den ἀληθεύων selbst Als einen φρόνιμος bezeichnen wir aber nicht denjenigen, der κατὰ μέρος in rechter Weise überlegt, d.h. bezüglich bestimmter Beiträglichkeiten, die in bestimmter Hinsicht, z. B. in Hinsicht auf Gesundheit oder Körperkraft, für das Dasein beiträglich sind; sondern wir nennen einen φρόνιμος den, der in rechter Weise überlegt, ποῖα πρὸς τὸ εὖ ζῆν ὅλως, »was zuträglich ist für die rechte Weise des Seins des Daseins als solchen im Ganzen«. Das βουλεύεσθαι der φρόνησις betrifft das Sein des Daseins selbst, das εὖ ζῆν, d. h. daß das Dasein ein rechtes sei. Demnach hat die φρόνησις die Verweisung in sich πρὸς τέλος τι σπουδαῖον (1140a29 sq), »auf ein solches τέλος, wobei es Ernst gibt«, und zwar ὧν μή ἐστι τέχνη (a30), »mit Bezug auf solches Seiendes, das nicht Thema eines Verfertigens, eines Herstellens ist«. Das τέλος der φρόνησις ist sonach kein παρά gegenüber dem Sein des Überlegens selbst wie das Εργον der τέχνη. Bei der φρόνησις ist vielmehr der Gegenstand des Überlegens die ζωή selbst; das τέλος ist vom selben Seinscharakter wie die φρόνησις. τῆς μὲν γὰρ ποιήσεως ἕτερον τὸ τέλος, τῆς δὲ πράξεως οὐκ ἂν εἴη· ἔστι γὰρ αὐτὴ ἡ εὐπραξία τέλος (1140b6 sqq). »Bei der ποίησις ist das τέλος ein anderes, bei der πρᾶξις aber nicht; es ist nämlich die εὐπραξία selbst das τέλος.« Bei der φρόνησις ist das πρακτόν vom selben Seinscharakter wie das ἀληθεύειν selbst Und hier ist das τέλος vermutlich in der Tat aufgedeckt und behalten; es ist nämlich das Sein des Überlegenden selbst. Der φρόνιμος deckt sich also nicht mit dem τεχνίτης; denn das ἀληθεύειν des τεχνίτης ist ein ἀληθεύειν, das sich auf ein anderes Sein bezieht. [https://www.beyng.com/sofist/?pg=35]
βουλεύεται δ᾽ οὐθεὶς περὶ τῶν ἀδυνάτων ἄλλως ἔχειν (1140a31 sq); »der βουλευτικός ist keiner, der überlegt mit Bezug auf das, was sich nicht anders verhalten kann«; und dies ebenso wie der τεχνίτης. Aber der βουλευτικός überlegt οὐδὲ τῶν μὴ ἐνδεχομένων αὐτῷ πρᾶξαι (a32 sq), »er überlegt auch nicht mit Bezug auf das, was er nicht je selbst vollziehen kann«. Im Überlegen der φρόνησις ist also auf sich selbst und das eigene Handeln gesehen. Dagegen ist die τέχνη ein Ersinnen, Ausdenken, Findigsein