Welcher Art Tage sind dies, die Feiertage? »Feiertage« sind Tage des Feierns. Und das Feiern?
24. Feiern als Innehalten mit der Arbeit und Übergang
in die Besinnung auf das Wesenhafte
»Feiern« bedeutet zuerst, aussetzen mit dem alltäglichen Tun, das Ruhenlassen der Arbeit. Das macht frei für anderes. Wofür? Das bestimmt eben dieses »Feiern« selbst, gesetzt daß alles Feiern nicht das bloß Negative des Aufhörens mit der Arbeit ist, sondern noch aus eigener Wesenskraft stammt. Bleibt das Feiern jedoch nur das Aufhören und Aussetzen mit der Arbeit, dann muß die entstehende Pause anderswoher, nicht aus dem Feiern und durch dieses, sondern nur wieder aus einem Bezug zur Arbeit bestimmt werden. Das Feiern wird dann, von der Arbeit her gerechnet, ein Mittel der Entspannung und Erholung durch Unterhaltung. »Feiern« sind dann im Grunde arbeitsdienliche Ausfüllungen von Arbeitspausen.
Streng genommen jedoch empfängt schon das Feiern als Ruhenlassen der Arbeit seine Art nur aus dem ursprünglichen Wesen des Feierns. Wir Heutigen sind diesem Wesen kaum mehr gewachsen, wenngleich es sich doch schon im geläufigen Feiern ankündigt. Denn das Feiern als Innehalten mit der Arbeit ist nämlich bereits Ansichhalten, ist Aufmerken, ist Fragen, ist Besinnung, ist Erwartung, ist der Überschritt in das wachere Ahnen des Wunders, des Wunders nämlich, daß überhaupt eine Welt um uns weltet, daß Seiendes ist und nicht vielmehr nichts, daß Dinge sind und wir selbst inmitten ihrer sind, daß wir selbst sind und doch kaum wissen, wer wir sind, und kaum wissen, daß wir dies alles nicht wissen.
Das Feiern als solches Innehalten bringt uns so schon an die Schwelle der Besinnung und damit in die Nachbarschaft des Fragwürdigen und damit noch einmal an eine Grenzscheide. Denn jetzt kann es sein, daß wir im Innehalten mit der Arbeit doch ins Leere geraten; mit uns selbst nichts anzufangen wissen,