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Der Anfang des abendländischen Denkens

schein gedrängtes Gefüge. Was dergestalt in sich Ursprünglicheres vermag und der Wirkungen und Veranstaltungen nicht bedarf und unangetastet bleibt vom Gemache und seinen ›Aufmachungen‹, was ohne den hergemachten Aufputz und Flitter aus sich und ohne Vordrängen glänzt und alles überglänzt, das ist in seinem Wesen ›edek Das Edle ist in sich vermögender als das Hergerichtete. Die ἀρμονία ἀφανής ist edel. Das Edle des reinen Aufgehens besteht darin, daß es nicht in den vordrängenden Vorschein des offenkundig Gemachten herausfällt. Die φύσις ist das unscheinbare Scheinen. Im Unscheinbaren des Aufgehens ruht die Gewähr, daß es, weil auf herzugebrachte Aufmachung nicht angewiesen, aus sich ohne Unterlaß im Aufgehen west und vom Wechsel des je gerade Erscheinenden unantastbar bleibt und so »je nicht« (μή) einem Untergehen anheimfällt. Das μή im Nennen der φύσις als τὸ μὴ δῦνόν ποτε nennt das κρειττων, das ursprünglich, von Hause aus, edle Wesen des reinen Aufgehens. Das μή ist gesagt aus einem Wesensblick auf das Edle der φύσις, die als Aufgehen das Erscheinen gewährt, aber gleichwohl nicht dadurch je unter das Erscheinende fällt. Allein das Unscheinbare des Aufgehens beruht in sich und auch nur deshalb in sich, weil es in seinem Wesen dem Sichverbergen die Gunst schenkt.


b) Das Wider-und Gegenspannende als Wesensmoment der Fügung. Von der Schwierigkeit, das Gegenstrebige in-eins mit der Fügung zu denken: die Verschiedenheit des gemeinen und des wesentlichen Denkens. Die Fügung der φύσις und die Zeichen der Artemis (Bogen und Leier). Hinweis auf Fragment 9


Die ἀρμονία: die Fügung, ist dort im reinen Scheinen ihres Wesens und lichtet sich dort unversehrt, d. h. sie west dort als die Schönste, wo auch unversehrt das Aufgehen in das Sichverbergen sich birgt und dieses zumal im Aufgehen die reine Gewähr seiner selbst findet. Wo also das Aufgehen in das


Martin Heidegger (GA 55) Heraklit

Heraclitus pp. 109-110