die Sachverhalte trifft, die durch das technische Zeitalter geprägt werden. Nun könnte man einwenden: Was liegt schon an den Namen, es kommt auf die Sache an. Allerdings. Wie aber, wenn es für uns keine Sache und keinen hinreichenden Bezug zur Sache gäbe, ohne die ihr entsprechende Sprache und umgekehrt: keine echte Sprache ohne den rechten Sachbezug? Sogar dort, wo wir vor das Unaussprechliche gelangen, gibt es dieses mu, insofern uns die Behutsamkeit des Sprechens an die Grenze der Sprache bringt. Auch diese Grenze ist noch etwas Sprachliches und birgt den Bezug von Wort und Sache in sich.
So bleibt es denn nicht gleichgültig, was uns die Namen »Technik«, »Sprache«, »Überlieferung« sagen, wie wir sie hören, ob sich in ihnen uns das zuspricht, was heute ist, d. h. was morgen uns trifft und uns gestern schon anging. Deshalb sei jetzt der Versuch gewagt, einen Wink zur Besinnung zu geben. Inwiefern ist dies ein Wagnis? Insofern Besinnung heißt: den Sinn wecken für das Nutzlose. In einer Welt, für die nur noch das unmittelbar Nützliche gilt, die nur noch auf Steigerung der Bedürfnisse und des Verbrauchs ausgeht, dürfte ein Hinweis auf das Nutzlose alsbald ins Leere sprechen. Ein angesehener amerikanischer Soziologe, David Riesman, »Die einsame Masse«2 (S. 13) stellt fest, daß in der modernen Industriegesellschaft zur Sicherung ihres Bestandes das Konsumpotential den Vorrang übernehmen müsse vor dem Rohstoff-, Bevölkerungs- oder Arbeitspotential. Die Bedürfnisse jedoch bestimmen sich nach dem, was für unmittelbar nützlich gehalten wird. Was soil und vermag bei der Vormacht des Nutzbaren noch das Nutzlose? Nutzlos in der Weise, daß sich
2 [David Riesman, Die einsame Masse. Eine Untersuchung über die Wandlungen des amerikanischen Charakters. (Mitarb.) Reuel Denney, Nathan Glazer. (Aus dem Amerikanischen von Renate Rausch.) Mit einer Einführung in die deutsche Ausgabe von Helmut Schelsky. Hamburg (Reinbek): Rowohlt 1958 (Rowohlts deutsche Enzyklopädie Nr. 72/73). In Heideggers Manuskript (und ebenso in der von Heidegger durchgesehenen und verbesserten Maschinenabschrift sowie in der gedruckten Ausgabe im Erker-Verlag, St. Gallen 1989, S. 7) steht in der nun folgenden Bezugnahme auf die Einführung von Helmut Schelsky (S. 13) versehentlich »Bewältigungs- ...« statt »Bevölkerungs- oder Arbeitspotentiale«.]