auf allen Gebieten als die maßgebende Denkweise vordrangt. Um so weniger läßt sich etwas unmittelbar gegen die Richtigkeit der anthropologisch-instrumentalen Vorstellung von der Technik einwenden. Und selbst wenn dies der Fall wäre, ließe sich dadurch die Frage nach der Technik nicht ins Reine bringen. Denn das Richtige ist nicht auch schon das Wahre, d. h. jenes, was uns das Eigenste einer Sache zeigt und verwahrt.
Wie aber sollen wir zum Eigensten der modernen Technik gelangen? Wie können wir die geläufige Vorstellung von der modernen Technik umdenken? Offenbar nur so, daß wir die Sache, die moderne Technik heißt, eigens in den Blick bringen und zwar aus dem her, was heute ist.
Ein von da bestimmtes Umdenken einer so entscheidenden Vorstellung muß sich allerdings damit begnügen, eine Vermutung zu bleiben. Aber auch als Vermutung ist sie noch eine Zumutung an das gewohnte Meinen.
Um bei diesem Vorhaben auf einen geeigneten Weg zu gelangen, bedarf es zuvor einer kurzen Besinnung auf das Wort »Technik«. Es gehört mit zur heute herrschenden Denkweise, daß sie eine Besinnung auf das Wort, das eine Sache nennt, fur äußerlich und darum für überflüssig halt-was indes kein zureichender Grund ist, eine solche Besinnung in den Wind zu schlagen oder gar sie zu unterlassen.
Das Wort »Technik« leitet sich her vom griechischen τεχνικόν. Dies meint solches, was zur τέχνη gehört. Dieses Wort bedeutet schon in der frühen griechischen Sprache dasselbe wie ἐπιστήμη - d. h. einer Sache vorstehen, sie verstehen. Τέχνη heißt: Sichauskennen in etwas und zwar im Herstellen von etwas. Nun liegt aber fur die rechte Einsicht in die griechisch gedachte τέχνη ebenso wie fur das gemäße Verständnis der späteren und modernen Technik alles daran, daß wir das griechische Wort in seinem griechischen Sinn denken und vermeiden, spätere und heutige Vorstellungen in das Wort hineinzudeuten. Τέχνη: das Sichauskennen im Herstellen. Sichauskennen ist eine Art des Erkennens, Erkannthabens und Wissens. Der Grundzug des Erkennens liegt nach griechischer