Eigenste beider, ihre gemeinsame Herkunft, sich in dem verbirgt, was wir das herausfordernde Stellen nannten. Was aber ist dieses selbst? Doch offenkundig ein Tun des Menschen, das vorstellende, herstellende Vorgehen des Menschen gegen die Natur. Durch die jetzt gewonnene Auslegung der modernen Technik wird somit die anthropologische Vorstellung von der Technik nicht nur in ihrem Recht bestätigt, sondern bekr1iftigt. Oder sollte diese Vorstellung durch das jetzt Gewiesene durchaus fraglich werden? Wir müssen die Antwort zurückstellen, bis wir zuvor die andere Erscheinung der modernen Technik bedacht haben: das ist das Unaufhaltsame ihrer schrankenlosen Herrschaft.
Schon der bis vor kurzem häufig geäußerte Notruf, der Gang der Technik müsse gemeistert, ihr immer stärkeres Drangen nach neuen Entwicklungsmöglichkeiten müsse unter Kontrolle gebracht werden, bezeugt allzu deutlich, daß hier die Befürchtung laut wird, in der modernen Technik könnte ein Anspruch sprechen, dessen Durchsetzung der Mensch weder aufzuhalten, noch gar im ganzen zu übersehen und zu bewältigen vermöge. Inzwischen aber – und dies ist vor allem bedeutsam – verstummen diese Notrufe mehr und mehr; was keineswegs besagt, der Mensch babe nun den Gang der Technik sicher in die Hand bekommen. Das Schweigen verrät vielmehr, daß sich der Mensch dem Machtanspruch der Technik gegenüber in die Hat- und Hilflosigkeit verstoßen sieht, d. h. in die Notwendigkeit, das Unaufhaltsame der Herrschaft der Technik schlechtweg, ob ausdrücklich oder unausdrücklich, zu bejahen. Hält man sich vollends bei dieser Bejahung des Unausweichlichen an die gängige instrumentale Vorstellung von der Technik, dann sagt dies: Man bejaht die Herrschaft eines Vorgangs, der sich darauf beschränkt, fortgesetzt neue Mittel bereitzustellen, ohne sich dabei an irgend eine Setzung von Zwecken zu kehren.
Aber inzwischen hat sich gezeigt, daß die Zweck-Mittel-Vorstellung das Eigenste der Technik überhaupt nicht trifft. Ihr Eigentliches besteht darin, daß in ihr der Anspruch spricht, die Natur auf die Beistellung und Sicherung von Naturenergie herauszufordern.