diejenige des Volkes, das sie spricht. Die Sprache ist die Zwischenwelt zwischen elem Geist des Menschen und den Gegenständen. Die Sprache ist der Ausdruck dieses Zwischen von Subjekt und Objekt. Erst in jüngster Zeit wird Wilhelm v. Humboldts entscheidende Einsicht in das Sprachwesen innerhalb der Sprach- und Literaturwissenschaft wirksam. Verwiesen sei auf die Untersuchungen von Leo Weisgerber10 urn! seiner Schule, insgleichen auf das bedeutsame Buch des Kultusministers Gerhard Storz »Sprache und Dichtung« ([München: Kösel] 1957). Die negative Aussage in Wilhelm v. Humboldts Satz betont: Die Sprache ist kein bloßes Austauschungs- und Verstfindigungsmittel. Allein, gerade diese11 geläufige Vorstellung von der Sprache erfährt durch die Herrschaft der modernen Technik nicht mu eine neue Belebung, sondern eine Verfestigung und einseitige Aufsteigerung ins Äußerste. Sie schlagt sich in elem Satz nieder: Sprache ist Information.
Nun konnte man meinen, die technische Deutung der Sprache als Mittel der Mitteilung und Benachrichtigung sci selbstverständlich, insofern die Technik sich selber als ein Mittel verstehe und alles nur nach dieser Hinsicht vorstelle. Aber im Lichte des bisher über das Eigentliche der Technik und der Sprache Erörterten bleibt diese Erklärung an der Oberfläche. Wir müssen satt dessen fragen: Inwiefern kommt auch und gerade in der Umprägung der Sprache zur bloßen Information das Eigene der modernen Technik zur Geltung, daß sie den Menschen zur Bereitstellung und Sicherstellung der Naturenergie herausfordert, d. h. stellt? [nwiefern liegt im Sprachwesen selber gleichsam die Angriffsfläche und Möglichkeit für die Umprägung zur technischen Sprache, d. h. zur Information? Um diese Fragen auch nur im groben zu beantworten, ist zweierlei nötig: Einmal bedarf es der hinreichenden Bestimmung des Eigenen der Sprache, d. h. dessen, was das Sprechen des Menschen
10 [Leo Weisgerber (1899-1985) war ein deutscher Sprachwissenschaftler und Keltologe. Er lehrte von 1942 bis zu seiner Emeritierung 1967 an der Universität Bonn.]
11 [Satzanfang im Manuskript am Harn! stenographisch geändert zu:] Allein, gerade Sprechkunst und die ...