sich decken. Aber gerade dadurch wird die artmäßige Verschiedenheit der beiden Grenzen deutlich. Die Körpergrenze wird dadurch, daß sie sich dem Anschein nach mit der Leibgrenze deckt, niemals selber zu einer Leibgrenze. Beim Zeigen mit dem Finger auf das Fensterkreuz dort drüben höre ich nicht bei den Fingerspitzen auf. Wo ist denn die Grenze des Leibes? »Jeder Leib ist mein Leib.« An sich ist der Satz unsinnig. Genauer müßte es heißen: der Leib ist je mein Leib. Das gehört zum Leibphänomen Das >mein< ist bezogen auf mich selbst. Mit dem >mein< meine ich mich. Ist der Leib im >Ich< oder ist das >Ich< im Leib? Der Leib ist jedenfalls kein Ding, kein Körper, sondern jeder Leib, das heißt der Leib als Lei!) ist je mein Leib. Das Leiben des Leibes bestimmt sich aus der Weise meines Seins. Das Leiben des Leibes ist somit eine Weise des Da-seins. Aber welche? Wenn der Leib als Leib je mein Leib ist, dann ist diese Seinsweise die meinige, so ist das Leiben mitbestimmt durch mein Menschsein im Sinne des ekstatischen Aufenthaltes inmitten des gelichteten Seienden. Grenze des Leibens (der Leib ist nur insofern er leibt: Leib) ist der Seins-horizont, in dem ich mich aufhalle. Deshalb wandelt sich die Grenze des Leibens ständig durch die Wandlung der Reichweite meines Aufenthaltes. Die Körpergrenze dagegen ändert sich für gewöhnlich nicht, höchstens etwa beim Dickwerden oder beim Abmagern. Aber Magerkeit ist auch kein Körperphänomen, sondern ein Leibphänomen. Der abgemagerte Leib kann freilich wieder als Körper gemessen werden hinsichtlich seines Gewichtes. Das Volumen des Körpers (der Leib hat kein Volumen) ist kleiner geworden.
All dieses zur Leib- und Körpergrenze Gesagte aber ist noch unzureichend bestimmt und muß später noch einmal eigens aufgenommen werden.
Vorläufig wollen wir nur festhalten, daß das »mein« in der Rede von »mein Leib< sich auf mich selbst bezieht. Das Leiben hat diesen merkwürdigen Bezug auf das Selbst. Kant sagt einmal, der Mensch unterscheidet sich vom Tier dadurch, daß er