Leibens am Gespräch. Ich bin nicht nur hörend, sondern auch sprechend, das Gespräch mitvollziehend. Ich muß also gerade leiblich auf dem Stuhl sitzen bleiben, um ganz Ohr sein zu können. Würde ich herumrennen im Zimmer, könnte ich dies viel weniger gut oder gar nicht sein. Das Hören ist bezogen auf das Lautwerden des Themas im Gespräch. Wir sprechen daher auch von einer Verlautbarung. Etwas verlautet, das heißt: es wird gesagt. Hören und Sprechen gehören im ganzen zur Sprache. Hören und Sprechen und damit Sprache überhaupt ist immer auch ein Leibphänomen. Das Hören ist ein Leibend-beim-Thema-sein. Das Hören auf etwas ist in sich der Bezug des Leibens zum Gehörten. Das Leiben gehört immer mit zum In-der-Welt-sein. Es bestimmt das ln-der-Welt-sein, das Offensein, das Haben von Welt immer mit.
Auch wenn ich bloß etwas schweigend allein für mich denke; und nichts vor mich hin ausspreche, ist solches Denken stets ein Sagen. Darum kann Plato das Denken ein Selbstgespräch der Seele mit sich selbst nennen.
Auch bei solchem schweigend-denkenden Sagen spielt das über das Thema Gehörte und Geschriebene stets mit. Es geschieht beim schweigenden Denken von etwas ein un thematisches Vergegenwärtigen der Laute und der Schriftzeichen. Solches Vergegenwärtigen ist also vom Leiben mitbestimmt. Man kann auch eine Landschaft zum Beispiel nicht vor sich hinträumen, ohne daß man notwendigerweise sich etwas sagt, insofern Sagen ursprünglich immer ein Sich-zeigenlassen des Betreffenden heißt; zum Beispiel ein Sich-zeigenlassen der vor sich hingeträumten Landschaft. Solches Sich-zeigenlassen geht immer durch die Sprache hindurch. Es ist also immer das Sprechen im Sinne einer Verlautbarung streng vom Sagen zu unterscheiden, das auch ohne Verlautbarung geschehen kann. Einer, der stumm ist und nicht sprechen kann, hat doch unter Umständen viel zu sagen.
Mit >Leib und Seele< bei etwas sein, heißt: mein Leib bleibt hier, aber das Hiersein des Leibes, mein Sitzen auf dem Stuhle
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